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    Nach der Crowdfunding-Kampagne: Wie geht es mit Sono Motors weiter, Laurin?

    Anfang des Jahres hat Sono Motors mit einer Crowdfunding-Kampagne 53 Millionen Euro innerhalb von 50 Tagen eingesammelt, einen Teil davon mithilfe der Softwarelösung von CrowdDesk. Das Münchner Start-up will damit die Serienproduktion seines Sion, ein Solar-Auto, weiter vorantreiben. Gründer Laurin Hahn spricht im Interview über die Herausforderungen der Kampagne, was nun mit dem eingesammelten Kapital passiert und welchen Vorteil sein Unternehmen gegenüber Daimler und BMW hat.

    Laurin, was war die größte Herausforderung der Crowdfunding-Kampagne?

    Der wohl größten Herausforderung sahen wir uns Ende Dezember gegenüber, als wir eine Entscheidung über die Verlängerung unserer Community-Funding Kampagne – wie wir sie nennen – treffen mussten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits mehr als 30 Millionen Euro generieren können. Eine unglaubliche Summe! Unser Ziel von 50 Millionen Euro hatten wir innerhalb der zu Beginn festgelegten 30 Tage Kampagnen-Laufzeit aber zunächst verfehlt. Gemeinsam mit unserer Community haben wir uns schließlich dazu entschieden, in die Verlängerung zu gehen. Das war eine große Belastung für das Team, das bereits einen Monat lang alles gegeben hat, um die Kampagne zu einem Erfolg zu machen.

    CrowdDesk_Sono Motors

    Wofür verwendet ihr das eingesammelte Kapital?

    Mit den Mitteln, die uns im Rahmen der Kampagne zur Verfügung gestellt wurden, finanzieren wir nun unsere nächsten Schritte: den Bau einer neuen Prototypen-Generation, die Beauftragung von Werkzeugen und Produktionsanlagen bei unseren Partnern und die Erprobung unserer Fahrzeuge.

    Wie kann die Community Sono Motors nun weiter unterstützen?

    Jeder kann dabei helfen Sono Motors und unsere Vision einer elektrischen und geteilten Mobilität weiter bekannt zu machen, zum Beispiel indem man Freunden, Bekannten oder Kollegen von unserer Idee erzählt. Natürlich kann man uns auch weiterhin finanziell mit einem Darlehen unterstützen oder einen Sion reservieren.

     

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    Wie hat die Kampagne eure Unternehmenskultur sowie die strategische Ausrichtung beeinflusst?

    Unsere Community-Funding Kampagne hat vor allen Dingen einmal mehr gezeigt, wie sehr wir als Team bei Sono Motors zusammenstehen. Ein Großteil des Entwicklungsteams hat zum Beispiel während der Kampagne andere Abteilungen massiv unterstützt. Der Zusammenhalt während dieser kritischen Unternehmensphase und der gemeinsame Erfolg verbindet natürlich ungemein. Zusätzlich hat die Kampagne erneut bewiesen, wie stark unsere Community ist. Tatsächlich sehen wir uns mehr denn je in unserer Vision, den Sion auf die Straße zu bringen, durch die Community bestätigt. Wir planen deshalb unsere Reservierer und Unterstützer auch weiterhin stark einzubinden und an der Entwicklung von Sono Motors und des Sion teilhaben zu lassen.

    Wie sehen die nächsten Schritte von Sono Motors in den kommenden drei Jahren aus?

    Für uns gilt es nun in erster Linie, den Sion soll so schnell wie möglich auf die Straße zu bringen. Im September 2021 werden die ersten Fahrzeuge in Trollhättan (Schweden) vom Band rollen. Der offizielle Produktionsstart ist dann Anfang 2022. Abgesehen davon arbeiten wir mit Hochdruck an unserer goSono App, über die wir künftig unsere Mobility Services anbieten werden.

    sono-motors-sion-front-view-camping

    Für die Serienproduktion braucht ihr weiteres Kapital, allerdings nun rund 200 Millionen Euro. Wie wollt ihr euch das beschaffen, auch unter dem Eindruck der aktuellen Situation?

    Das ist richtig. Wir haben weiterhin einen hohen Finanzierungsbedarf, beispielsweise für die Entwicklung der Solar Integration in die gesamte Fahrzeugkarosserie. Wir gehen allerdings davon aus, dass unsere innovativen Technologien – trotz der Corona Pandemie – auf Bayerischer-, Bundes- oder EU-Ebene förderfähig sind. Zusätzlich sprechen wir auch weiter mit Fremdkapitalgebern, wie Banken und Eigenkapitalinvestoren.

    Außerdem nähern wir uns dem Jahr 2021, in dem neue EU-Regularien zu CO2-Flottenemissionswerten in Kraft treten werden. Da der Sion komplett CO2 neutral auf den Markt kommen wird, können wir die daraus resultierenden Zertifikate voraussichtlich vermarkten. Mit unserer neuen Generation von Prototypen planen wir erneut auf Tour zu gehen, um weitere Reservierungen für den Sion zu generieren und unsere Vision einer geteilten Elektromobilität noch mehr Menschen vorzustellen.

    Die Produktion eines Autos gehört zu den teuersten der gesamten Industrie. Wie geht ihr kosteneffizient vor?

    Wir machen vieles anders. Zum Beispiel produzieren wir den Sion in nur einer Variante und Farbe. Das bedeutet: weniger Entwicklungsaufwand und verkürzte Beschaffung, Testing und Fahrzeugaufbau. Die überwiegende Mehrzahl unserer Bauteile sind sogenannte carry-over-parts, die wir von Zulieferern der Automobilbranche zu kaufen. Anstatt ein eigenes Werk hochzuziehen, kooperieren wir mit einem Partner und nutzen das ehemalige Saab-Werk in Trollhättan.

    Viele Autokonzerne wollen gerne weg vom Image als reiner Autobauer und hin zum „Mobilitätsdienstleister“. Wie sehen die Pläne von Sono Motors dahingehend aus?

    Wir bauen Sono Motors auf zwei Säulen auf und verstehen uns tatsächlich nicht nur als Elektroauto-Hersteller sondern auch als Mobilitätsanbieter. Den Sharing-Gedanken halten wir für einen wichtigen Hebel in der Mobilitätswende. Denn unsere überlasteten Innenstädte und verstopften Autobahnen zeigen deutlich: Wir müssen Mobilität neu denken und neue Wege finden. In unserem Fall kann die Besitzerin oder der Besitzer eines »Sion« durch die Nutzung der Sharing-Services die eigenen Kosten reduzieren und hilft gleichzeitig der Umwelt.

    CrowdDesk_Sono Motors_Crowdfunding

    Wie sieht für euch die Mobilität der Zukunft aus? Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land; sowohl auf der Kurz- als auch auf der Langstrecke?

    Wir sehen die Zukunft des Verkehrs zum einen im Sharing-Bereich. Wir zielen dabei aber nicht nur auf klassische Sharing-Dienste ab, wie das Teilen des Autos als Mitfahrgelegenheit. Unser Auto kann beispielsweise selbst auch als mobiler Stromspeicher dienen oder als dezentraler Energiespeicher für Haushalte. Mobilität muss sich in unseren Augen dahingehend verändern, dass wir unsere Ressourcen schonend aber vollkommen effizient nutzen. Die durch die Integration der Solartechnologie gewonnene Unabhängigkeit von der Ladeinfrastruktur und die Basis-Reichweite von 255 Kilometern machen das Auto auch für den Lebensraum außerhalb von Großstädten interessant.

    Klassische Autobauer entdecken die Elektromobilität langsam für sich. Sie können auf riesige Ressourcen und langjährige Erfahrungen im Autobau zurückgreifen. Wie wollt ihr euch gegen sie behaupten?

    Wir hatten den großen Vorteil, dass wir keine „Altlasten“ haben. Wenn ich hundert Jahre lang Autos verkauft habe, deren Antriebsform plötzlich nicht nur durch neue Erkenntnisse in der Wissenschaft, sondern auch von einer immer größer werdenden Käuferschicht in Frage gestellt werden, muss ich vollkommen neue Wege gehen. Wir hatten den großen Vorteil, vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen. Wir können „Mobilität“ neu denken – und zwar ohne wertvolle Zeit zu verschwenden, die ein solcher Transformationsprozess zusätzlich mit sich bringt.

    Vielen Dank für das Gespräch, Laurin!

     

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