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    Stories Featured | 4 Min Lesedauer

    Crowdinvesting für erneuerbare Energie: So geht ecoligo vor

    Entwicklungs- und Schwellenländer bieten ideale Bedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien. Um die Projektfinanzierung sicherzustellen, fehlen jedoch oft die passenden Instrumente. Das Berliner Solarunternehmen ecoligo ändert das und setzt auf Crowdinvesting.

    Oktober 2013, Nairobi, Kenia: Martin Baart und Markus Schwaninger kommen auf einer Solarenergiekonferenz der deutschen Auslandshandelskammer in der kenianischen Hauptstadt miteinander ins Gespräch. Beide sind seit vielen Jahren in West- und Ostafrika im Bereich der Entwicklung von Solarprojekten aktiv. Sie kennen den Markt und seine Herausforderungen mit erneuerbaren Energien gut. „Wir waren uns schnell darüber einig, dass das größte Problem beim Ausbau von Solarenergie in Afrika das Fehlen einer geeigneten Finanzierungsstruktur ist“, erinnert sich Martin Baart.

    Fast nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Sonnenstunden wie in Afrika. Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) besitzt der Kontinent Solarkapazitäten von mehr als 10.000 Gigawatt. IRENA identifiziert zudem ein Ausbaupotenzial von erneuerbaren Energien mit dem Energiegegenwert von über 341 Megatonnen Kohle. Davon entfallen rund 40 % auf den Stromsektor. Dieses Potenzial der Ressource „Sonne“ spiegelt sich allerdings noch nicht in der tatsächlichen Energiegewinnung wider.

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    Fehlendes Finanzinstrument ist größte Herausforderung

    2013 arbeitete Martin Baart an der Entwicklung von Solarprojekten für die Energieversorgung von Gewerbe- und Industriekunden in Kenia, Tansania und Ghana. Markus Schwaninger ist zu der Zeit in denselben Ländern aktiv. Für die Entwicklungsorganisation GIZ beriet er deutsche Solarunternehmen beim Markteintritt. Die beiden haben ähnliche Erfahrungen gesammelt: Es sei extrem schwierig gewesen, einen Zugang zu passenden Finanzierungsinstrumenten und Investitionen sicherzustellen, erklärt Schwaninger. Viele Projektvorhaben würden deshalb nicht zustande kommen – trotz der guten Voraussetzungen, die die Standorte bieten.

    Nach dem ersten Treffen in Nairobi arbeiten Baart und Schwaninger an der Marktentwicklung für Solarprojekte in Ostafrika weiter. Sie tauschen sich regelmäßig über die Entwicklungen beim Ausbau der Solarenergie aus und stoßen immer wieder auf das Problem des erschwerten Kapitalzugangs.

    Die Herausforderung: Solarkraftwerke mit einem hohen Volumen von mehreren Millionen Euro werden von institutionellen Anlegern finanziert. Indes fallen Solarprojekte zur Versorgung von Gewerbe- und Industriekunden mit eher kleinen und mittleren Volumen durch das Raster. Sie sind für professionelle Anleger schlicht nicht interessant genug. Die beiden Experten für Solarenergie wollen das Problem angehen und gründen deshalb 2016 in Berlin die ecoligo GmbH. Baart fungiert als CEO, während Schwaninger den Posten des CFO innehat.

    Crowdinvesting schließt Finanzierungslücke lokaler Unternehmen

    ecoligo spezialisiert sich fortan darauf, Solar- und Energieeffizienzprojekte für Gewerbe- und Industriekunden in Entwicklungsländern zu betreiben. Die Kunden zahlen über eine gewisse Vertragslaufzeit monatliche Leasingraten oder Rechnungen für den jeweils produzierten Strom, um so am Ende der Laufzeit Besitzer der Anlagen zu werden. Um das Problem des passenden Finanzierungsinstruments anzugehen, setzt ecoligo auf Crowdinvesting. Mithilfe der Softwarelösung von CrowdDesk bietet das Berliner Solarunternehmen über die Plattform ecoligo.investments Privatanlegern seine Projekte an. Crowdinvesting gewährleistet die Finanzierung der Projekte im Bereich der erneuerbaren Energie.

    CrowdDesk_Crowdinvesting_ecoligo_Solaranlage

    Denn an fehlenden Mitteln bei der Finanzierung von Projekten aus dem Bereich erneuerbare Energien mangelt es grundsätzlich nicht. Investitionen in diesen Bereich boomen seit Jahren; im vergangenen Jahr investierten alleine deutsche Anleger knapp 220 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen.  Laut den beiden Gründern gehe es vielmehr darum, wie man die Gelder richtig kanalisiert, um die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Auch heute, sieben Jahren nach dem ersten Treffen in Nairobi, sei die größte Herausforderung, eine passende Finanzierung auf die Beine zu stellen.

    Mit ecoligo gehen Baart und Schwaninger drei Punkte an:

    • - Erstens versorgen sie lokale Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern mit kostengünstiger Solarenergie.
    • - Zweitens schließen sie damit das Problem der Finanzierungslücke und bieten Privatanlegern eine profitable Investition.
    • - Und drittens fördert ecoligo eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und verringert den globalen CO2-Ausstoß.

    ecoligo leistet Teil zu globaler Energiewende

    Dabei agiert ecoligo anders als herkömmliche Crowdinvesting-Plattformen: Die ecoligo GmbH tritt als Anlagebetreiber auf. Nur wenn die Projekte, die über die Crowdinvesting-Plattform ecoligo.investments finanziert werden, erfolgreich sind – und damit Zins und Tilgung an die Investoren geleistet werden –, erwirtschaftet die ecoligo GmbH auch Umsatz und letztendlich Gewinn. Ein anderer Ansatz, um mit Crowdinvesting erneuerbare Energien zu finanzieren.

    Die Motivation der beiden Gründer ist klar: „Wir wollen die globale Nutzung von CO2-freien Lösungen beschleunigen und eine nachhaltige Energiezukunft ermöglichen.“ Das gelingt bisher auch: Seit Gründung hat die Plattform 39 Projekte mit einem Volumen von knapp 4 Millionen Euro erfolgreich finanziert und auf diesem Weg mehr als 52.000 Tonnen CO2 eingespart.

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    Neue Wachstumsmärkte im Blick

    Aus dem Start-up ist mittlerweile ein Unternehmen mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden, das Büros in Berlin, Accra (Ghana), Nairobi (Kenia) und San José (Costa Rica) unterhält. Ein weiteres Büro wurde gerade in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam eröffnet. Es geht voran. Und ecoligo konzentriert sich nicht mehr nur ausschließlich auf Afrika: „Wir realisieren zunehmend auch Projekte in Zentralamerika und bieten aktuell auch unser erstes Projekt in Südostasien auf der Plattform ecoligo.investments an. In beiden Regionen wollen wir ebenfalls stark wachsen“, gibt Martin Baart einen Ausblick in die Zukunft.

    Der Bedarf von Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern nach vollfinanzierten Solarlösungen ist enorm und Kunden entscheiden sich zunehmend schneller. So konnte ecoligo bereits einen Monat nach der Büroeröffnung in Vietnam das erste Projekt unterzeichnen, das sich aktuell im Funding befindet und bei dem schon mehr als 750.000 Euro eingesammelt wurden.

    Dass das alles gelingt, davon sind die beiden Gründer überzeugt. Ein Umdenken vieler Unternehmen und Investoren finde statt. Der Status Quo muss laut Baart und Schwaninger geändert werden. Erneuerbare Energien sind längst wettbewerbsfähiger als ihre fossilen Pendants. Sie ermöglichen es Unternehmen, Energie aus umweltfreundlichen und erschwinglichen Lösungen zu beziehen. Gleichzeitig bieten alternative Finanzinstrumente wie Crowdinvesting Investoren die Chance auf eine attraktive Rendite. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

     

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    Natalie

    Erneuerbare Energien, nachhaltige Projekte oder umweltschonender Konsum? Natalie kennt sich mit all diesen Themen bestens aus. Für LeihDeinerUmweltGeld schreibt sie deshalb auf dem CrowdDesk-Blog über dieses Themengebiet.

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