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    Erfahrungen mit Crowdinvesting: Ein Anleger berichtet

    Für Investoren bietet Crowdinvesting eine Alternative zu herkömmlichen Vermögensanlagen wie Aktien oder ETFs. Welche Erfahrungen machen Anlegerinnen und Anleger damit? Dazu haben wir mit David gesprochen. Er hat bereits in mehr als 100 Projekte bei rund 20 verschiedenen Plattformen investiert. Im Gespräch erzählt er von seinen Erfahrungen mit Crowdinvesting-Projekten.

    Hallo David, der deutsche Crowdinvesting-Markt ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, sowohl auf Anleger- und Unternehmensseite. Wie bist Du auf das Thema aufmerksam geworden?

    Zum ersten Mal 2015 nach meinem Studium. Ich habe mein erstes eigenes Geld verdient und wusste, dass ich nicht ausschließlich in „normale“ Vermögensanlagen investieren wollte. Mein Portfolio sollte diverser aufgestellt sein und unter anderem auch Projekte beinhalten, die mir persönlich wichtig sind und über die ich mich unmittelbar informieren kann. So habe ich mich an die Thematik herangetastet und meine ersten Erfahrungen im Bereich Crowdinvesting gesammelt.

    Worum geht es Dir beim Crowdinvesting? Um die attraktiven Renditen oder die Tatsache, nachhaltige und soziale Projekte zu unterstützen?

    Ich möchte schon, dass das Geld für mich arbeitet. Der Renditegedanke spielt aber nicht immer die wichtigste Rolle. Im Idealfall springt etwas dabei raus und ich weiß einen Teil meines Geldes in – nach meinen Standards – vernünftigen Projekten angelegt, die ich so unterstütze.

    In wie viele Projekte und auf welchen Plattformen hast Du bisher investiert?

    Ich habe Anfang 2018 eine Bestandsaufnahme gemacht, da kam ich auf ungefähr 90 Projekte, in die ich investiert habe. Mittlerweile sind es aber mehr als 100. Meine Investitionen sind auf 15 bis 20 Plattformen verteilt. Dazu gehören unter anderem bettervest, LeihDeinerUmweltGeld, EstateGuru, Exporo, dagobertinvest, Companisto, ecoligo, Mezzany oder die DKB-Crowd.

    „Projektart, Laufzeit, Zinssatz: Ich sammle Infos zu den Crowdinvesting-Projekten und höre  dann auf mein Bauchgefühl.“

    Wie gehst Du dabei vor? Hast du einen konkreten Plan oder entscheidest Du eher aus dem Bauch heraus?

    Ich gehe nicht zu tief in die Vorabanalyse, weil ich Aufwand und Nutzen ungefähr in der Balance halten will. Ich informiere mich über die Newsletter der einzelnen Plattformen. Das ist ein erster Anhaltspunkt für neue Projekte. Dabei achte ich auf die Laufzeit und den Zinssatz. Im Fall von Immobilienprojekten ist es für mich wichtig, ob schon eine Baugenehmigung vorliegt und wo das Projekt realisiert wird. Im Bereich von erneuerbaren Energieprojekten schaue ich, ob es sich um ein Bestandsprojekt oder ein Neubauprojekt handelt. Ich sammle einige allgemeine Infos und höre dann aber auch auf meinen Bauch und schaue, ob ich mich damit Wohl fühle.

    Setzt du dir ein Monats- oder Jahreslimit an Kapital, das Du investierst?

    Nein, ich muss nicht zwingend in Projekte investieren. Wenn mir etwas passt, investiere ich auch mal in mehrere Projekte gleichzeitig. Es kann aber vorkommen, dass mir über mehrere Monate hinweg kein Projekt zusagt. Dann lege ich auch nichts an.

    Beim Crowdinvesting droht ja immer auch der Totalausfall. Wie minimierst Du dein Risiko?

    Ich habe mir ein diverses Portfolio aufgebaut und investiere nach Möglichkeit gleichmäßig auf verschiedenen Plattformen und in verschiedene Projektarten. Als Anleger muss man sich bewusst sein, dass die Plattformen am Ende auch nur Vermittler sind. Sie sind abhängig von den jeweiligen Projektträgern und deren Goodwill.

    „Ein diverses Portfolio und gleichmäßig verteilte Investitionen tragen zu einem geringeren Risiko bei.“

    Nach fünf Jahren Crowdinvesting: Bist Du bisher zufrieden mit deinen Investments?

    Im Bereich Immobilien lief es sehr gut, eigentlich schon zu gut. Bisher gab es hier nur einen bestätigten Ausfall, den ich steuerlich schon als Verlust abgesetzt habe. Zudem gibt es eine Handvoll Projekte, bei denen es aktuell zu Verzögerungen kommt. Bei den „grünen“ und sozialen Projekten gibt es mit bettervest nur eine Plattform, bei der es seit einiger Zeit immer wieder zu größeren Schwierigkeiten kommt. Hier habe ich auch seit mehr als einem Jahr nichts mehr neu angelegt. Insgesamt bin ich allerdings sehr zufrieden mit meinen Investments, wobei ich auch viel Glück hatte und das nur beschränkt mit Können zu tun hat. Das ist einerseits positiv für mich, aber es bringt auch ein Sicherheitsgefühl mit sich, auf das man sich bei einem Crowdinvesting nie verlassen sollte.

    Tragen deine Crowdinvestments aktiv zu deiner Vermögensvermehrung, z. B. in Bezug auf deine Altersvorsorge, bei oder macht es einfach Spaß diese neue Art der Vermögensanlage auszuprobieren?

    Crowdinvestments sind definitiv ein wichtiger Bestandteil meines Anlageportfolios. Gerade bei Immobilien geht es mir um die Rendite. Da bietet Crowdinvesting die Möglichkeit, mit Streuung in einen durchaus lukrativen Markt zu investieren, der einem sonst verschlossen oder nur schwierig erreichbar bleibt. Da rechne ich mit einem guten und einigermaßen planbaren Cashflow. Bei erneuerbaren Energien spielt der Renditeaspekt natürlich auch eine Rolle. Hier habe ich aber darüber hinaus aktiv die Möglichkeit, etwas zur Energiewende beizutragen.

    „Eine gute User Experience auf den Plattformen ist wichtig. Die Infos müssen leicht verständlich und zugänglich sein.“

    Was macht für dich eine gute Plattform aus?

    Die User Experience ist wichtig. Die relevanten Informationen müssen gut auffindbar sein. Der ganze Investitionsprozess muss nutzerfreundlich und einfach bedienbar sein. Außerdem ist es ist mir wichtig, dass die Plattformen proaktiv und transparent kommunizieren, wie es bei den Projekten läuft.

    Hast Du Tipps für jemanden, der zum ersten Mal in ein Crowdinvesting-Projekt investieren will?

    Man sollte sich vorher gut überlegen, ob es einem selbst den Aufwand wert ist. Wer ernsthaft Crowdinvesting betreibt und alles detailliert nachvollziehen will, der wird nicht darum herumkommen, eine Excel-Tabelle anzulegen und regelmäßig zu pflegen. Das kostet Zeit. Denn wie bei einem herkömmlichen Investment muss ich auch beim Crowdinvesting mein Portfolio diversifizieren, um das Risiko zu minimieren. Da reden wir dann mal schnell von einer mittleren zweistelligen Anzahl von Projekten auf mehreren Plattformen, die unterschiedlich mit der steuerlichen Abrechnung umgehen. Da bleibt dann im Rahmen der Steuererklärung zusätzliche Arbeit beim Anleger hängen.

    Vielen Dank für das Gespräch, David!

     

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    Anmerkung: CrowdDesk und David sind bereits seit mehreren Monaten in Kontakt. Auf seinen Wunsch veröffentlichen wir das Gespräch nur mit seinem Vornamen. 

    Bildquelle: Pexels.com

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