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    Kapital Digital Featured | 5 Min Lesedauer

    Was ist eine Crowdinvesting-Plattform?

    Crowdinvesting-Plattformen bringen Kapitalgeber und Kapitalnehmer zusammen und verwalten den Austausch zwischen Anlegern und kapitalsuchenden Unternehmen. Was eine Plattform im Crowdinvesting ist und welche Funktionen sie erfüllt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    Crowdinvesting hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zu einer echten Finanzierungsalternative für Unternehmen entwickelt.  Dabei beteiligen sich viele Privatanleger online mit Kapital wirtschaftlich an einem Unternehmen oder Projekt. Sie erhalten dafür eine Rendite.

    Die Beteiligung erfolgt oftmals digital über eine Crowdinvesting-Plattform. Doch was ist eine solche Plattform eigentlich?

    Welche Funktion hat eine Crowdinvesting-Plattform?

    Auf einer Crowdinvesting-Plattform treffen sich Kapitalgeber (Anleger) und Kapitalnehmer (Unternehmen). Es ist ein digitaler Marktplatz, der auf den Grundlagen der Plattformökonomie basiert. Plattformen sind das zentrale Geschäftsmodell der digitalen Ökonomie.

    Crowdinvesting-Plattformen bringen die Nachfrage und das Angebot nach Kapital zusammen und managen die Interaktion zwischen Anbieter und Nachfrager. Dazu zählen beispielsweise die Steuerung der Zins- und Tilgungszahlungen. Während Anleger (Nachfrager) auf der Suche nach Investitionen sind, möchten Unternehmen (Anbieter) Kapital für Finanzierungen einsammeln. Für Firmen bedeutet das geringere Kosten aufgrund standardisierter Prozesse. Anleger können auf eine große Projektvielfalt und so auf viele Asset-Klassen zugreifen.

    Auf einer Crowdinvesting-Plattform können Unternehmen sich und ihre Projekte der Öffentlichkeit vorstellen. Transparenz, Informations- und Dokumentationspflicht zeichnen jedes Crowdinvesting aus und gehören zu dessen Grundlagen. Firmen müssen genau nachweisen, was sie mit dem Kapital von Investoren finanzieren möchten.

    Investoren können sich hingegen eigenständig über Vermögensanlagen informieren und selbst entscheiden, in welches Unternehmen oder Projekt sie investieren möchten. Sie können in diesem Zuge auch in den Austausch mit den Unternehmen treten. Wie bei allen Kapitalanlagen wichtig ist dabei eine breite Streuung der Investitionen, auch Diversifizierung genannt.

    Pflichten einer Crowdinvesting-Plattform

    Für den Betrieb einer Crowdinvesting-Plattform können Erlaubnispflichten gelten. Betreiber und kapitalsuchende Unternehmen, die Crowdinvesting nutzen, müssen vorab klären, welchen Erlaubnis- und Prospektpflichten sie unterliegen. Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kommen folgende Erlaubnispflichten zum Tragen:

    • - Erlaubnispflichten nach dem Kreditwesengesetz (KWG),
    • - nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG),
    • - nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
    • - nach Gewerbeordnung (GewO)
    • - weitere Pflichten, beispielsweise nach der EU-Prospektverordnung

    Unter gewissen Umständen unterliegen Unternehmen, die ihr Finanzierungsvorhaben auf einer Crowdinvesting-Plattform vorstellen, der Prospektpflicht nach dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) oder dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG).

    Für Schwarmfinanzierungen, zu denen auch Crowdinvesting zählt, gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung der Prospektflicht. Das bedeutet, dass Unternehmen ein Vermögensinformationsblatt (VIB) oder ein Wertpapier-Informationsblatt (WIB) bei der BaFin einreichen müssen, das alle relevanten Informationen zur Vermögensanlage enthält. Dazu zählt z. B., dass Unternehmen bis zu sechs Mio. Euro prospektfrei pro Jahr einsammeln dürfen.

    Arten von Crowdinvesting-Plattformen

    Der Crowdinvesting-Markt hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Zwischen 2011 und 2019 wurden mehr als eine Milliarde Euro eingesammelt. Das Emissionsvolumen verteilt sich auf verschiedene Asset-Klassen, auf die sich die einzelnen Crowdinvesting-Plattformen spezialisiert haben. Man unterscheidet zwischen:

    • - Immobilien
    • - Erneuerbare Energien
    • - Finanzierungen für kleine und mittelständische Unternehmen
    • - Start-up-Finanzierung
    • - Sozial-ökologische Projekte

    Laut Crowdinvesting-Marktreport 2019 haben Plattformen im Bereich Immobilien-Crowdinvesting einen Marktanteil von mehr als 75 %. Auf Unternehmensfinanzierungen im Bereich KMU und Start-ups entfallen 20 %. Der Energiebereich kommt auf lediglich 2,2 %, verzeichnet allerdings das stärkste Wachstum aller Investmentsegmente.

    CrowdDesk_Crowdinvesting-Plattform

    Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland

    Laut dem Branchenportal Crowdfunding.de gibt es in Deutschland derzeit 70 Crowdinvesting-Plattformen. Davon sind allerdings bei weitem nicht alle aktiv. Einer Untersuchung des Crowdinvest Marktreports zufolge, waren 2018 37 Plattformen hierzulande aktiv, die mindestens ein Projekt im jeweiligen Jahr finanzierten.

    CrowdDesk_Crowdinvesting-Plattformen_Deutschland

    Im Immobilienbereich gehören dazu unter anderem:

    • - Exporo, Bergfürst, Engel & Völkers Digital Invest, Zinsbaustein oder Immofunding

    Im Bereich erneuerbare Energien/sozial-ökologischen Projekte  unter anderem:

    Im Bereich der Finanzierungen für kleine und mittelständische Unternehmen unter anderem:

    Im Bereich der Start-up-Finanzierung unter anderem:

    Wie schafft es ein Unternehmen/Projekt auf eine Plattform?

    Jede Plattform stellt unterschiedliche Anforderung an ein Unternehmen oder Projekt. Die meisten Plattformen haben sich auf eine bestimmte Asset-Klasse spezialisiert, wodurch vorab schon eine Vorauswahl getroffen wird.

    Bei seriösen Crowdinvesting-Plattformen findet im Vorfeld eine spezifische Plausibilitätsprüfung statt. Dazu stellt das Unternehmen der Plattform alle relevanten Unterlagen zur Verfügung. Diese werden auf Sicherheit, Risiko, Machbarkeit und Rentabilität untersucht. Das dient dem Anlegerschutz. Ist die Prüfung erfolgreich, kommt es zu einem Vertrag zwischen Plattform und Unternehmen.

    CrowdDesk_Transparenzsiegel_Bundesverband Crowdfunding

    Für Crowdinvesting-Plattformen, die sich in besonderer Form den Investorenschutz verpflichten, gibt es vom Bundesverband Crowdfunding ein Transparenzsiegel. Um das Siegel zu erhalten, müssen die Anbieter zehn nicht-diskretionäre Kriterien erfüllen, die der Verband jährlich prüft. Dazu zählen unter anderem:

    • - Die Verpflichtung, den Verhaltenskodex umzusetzen
    • - Reporting Guidelines zu beachten
    • - VIB und WIB sind barrierefrei zugänglich
    • - Informationen zum Umgang mit Insolvenzen und zur Projektauswahl

    Warum ist CrowdDesk keine Plattform?

    CrowdDesk ist keine Crowdinvesting-Plattform, sondern stellt lediglich die technische Infrastruktur bereit, um eine Crowdinvesting-Plattform erfolgreich umzusetzen und zu betreiben. Also der technische Dienstleister im Hintergrund. Zu unseren Kunden zählen z. B. die GLS Crowd, ecoligo oder aescuvest.

    Wir bieten eine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) zur Kapitalaufnahme und Vermittlung und unterscheidet uns damit von herkömmlichen Crowdinvesting-Plattformen. Damit ist es für Finanzunternehmen, deren Geschäftsmodell Finanzierungen sind, einfach möglich, eine eigene Plattform aufzusetzen. Mit der SaaS-Lösung von CrowdDesk lassen sich die rechtlichen Strukturen, Vertriebsstrategien und ein professioneller Anlegerservice abbilden. Dazu ist kein besonderes technisches Wissen erforderlich. Die Lösung ist so gestaltet, sodass sie für jeden einsetzbar ist.

    Damit lassen sich aber nicht nur Crowdinvesting-Plattformen aufsetzen, deren Geschäftsmodell der Finanzvertrieb ist. Vielmehr können CrowdDesk auch Unternehmen nutzen, die einen einmaligen und unregelmäßigen Kapitalbedarf haben. Sie können mittels Crowdinvesting über eine eigene Fundingpage Kapital bei der Crowd einsammeln.

     

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