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    Kapital Digital Featured | 4 Min Lesedauer

    Wie DEXTRO Ratings bei der Analyse von Kapitalanlagen vorgeht

    Informationen sammeln, Rating-Analysen entwickeln und damit Transparenz im Kapitalmarkt schaffen: Die DEXTRO Group will mit seinen Analysen von Kapitalanlagen die Informationsasymmetrie zwischen Emittenten und Anlegern senken. Wie das Darmstädter Rating-Haus dabei vorgeht, haben wir Senior Analyst Michael Bogosyan im Interview gefragt.

    Herr Bogosyan, wie sieht der Prozess bei der Bewertung von Kapitalanlagen aus?

    Wir bewerten eine Vermögensanlage auf der Basis von Analysen über deren zukünftige Entwicklung. Der Fokus der Rating-Analyse liegt in der Prüfung verschiedener Szenarien. Für die Risikotreiber eines Beteiligungskonzeptes werden Volatilitäten bestimmt. Deren Auswirkungen bestimmen die Rendite mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit: den erwarteten Nettovermögenszuwachs.

    Welche Erfahrungen bringt DEXTRO Ratings ein?

    Die Kompetenz des Unternehmens in der Bewertung von Kapitalanlagen fußt auf seiner Expertise in der Identifikation und Evaluierung von Risiken. Die jahrelange Erfahrung des DEXTRO-Analyseteams bildet die Grundlage, um die Risikotreiber der jeweiligen Emission zu erfassen und die Risiko-Rendite-Relationen zu bewerten.  

    Bei welchen Produktklassen wenden Sie das an?

    Wir sind auf die Analyse und Bewertung von Asset Based Investments (sog. Sachwerte) in den Assetklassen Immobilien, erneuerbare Energien, Logistik (z. B. Flugzeuge oder Maritime Seefrachtcontainer), Rohstoffe (Edelmetalle und Forstwirtschaft) und Private Equity spezialisiert.

    CrowdDesk_Bewertung von Kapitalanlagen_Cash Flow Workflow

    Welche Faktoren fließen in die Rating-Analyse mit ein?

    Je nach Assetklasse, Anzahl der Assets und der Geschäftsstrategie lassen sich pro Beteiligungskonzept bis zu 35 Einflussfaktoren benennen. Unsicherheiten werden durch Wahrscheinlichkeitsverteilungen abgebildet. Außerdem berücksichtigen wir spezifische Einflussparameter auf die verschiedenen Beteiligungskonzepte, z. B. vertragliche Konditionen.

    Wie analysiert DEXTRO die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer Beteiligung?

    Wir analysieren die Tragfähigkeit auf der Grundlager einer Marktprognose über die erzielbaren Renditen eines Geschäftsmodells. Kapitalüberschüsse (Free Cashflow) sind ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Kapitalanlage. 

    Und wie kalkulieren Sie den Free Cashflow?

    Die Überschüsse werden auf Basis der kalkulierten Einnahmen aus dem Asset und dessen Kosten prognostiziert. Das sind zum Beispiel der Kaufpreis für den Erwerb eines Flugzeuges oder dem Bau einer Immobilie. Der Überschuss während der Betriebsphase zeigt, ob die prognostizierten Auszahlungen an die Anleger realistisch sind.

    Ganz grundsätzlich: Was sind die wichtigsten Faktoren bei der Bewertung einer Vermögensanlage?

    Dazu gehören Prognosesicherheit (Renditevolatilität), Kapitalverlust- und Totalverlustwahrscheinlichkeit. Ein Kapitalverlust- bzw. Totalverlustrisiko einer Emission lässt sich hauptsächlich aus dem spezifischen Risiko der Anlageobjekte, der Investmentstrategie und der Marktexpertise sowie der Bonität der Emittentin ableiten. Weitere Risikofaktoren der Fundingphase wie Fundinghöhe und -zeitraum, initiale Kosten und Vergütungen der Emission werden durch unser Analystenteam berücksichtigt.

    Was können Emittenten tun, um ein gutes Analyseergebnis zu erzielen?

    Wichtig sind eine konservative Konzeption und die Realisierung der Anlagestrategie im Sinne der Anleger. Daneben der Marktzugang und die Expertise, der Trackrecord und Leistungsbilanz eines Unternehmens. Worauf wir auch achten: Etablierte Managementprozesse sowie effektive Risikomanagement- und Liquiditätsmanagementsysteme.

    „Zwischen Emittentin und Anleger herrscht oftmals eine Informationsasymmetrie. Wir wollen dabei helfen, diese zu senken.“

    Warum ist die Arbeit von Rating-Unternehmen wichtig?

    Oftmals sind die Informationsasymmetrien zwischen Emittenten und Anlegern sehr hoch. Für den durchschnittlichen Anleger ist es schwierig auf Basis der öffentlich verfügbaren Informationen in angemessener Zeit eine rationale Investitionsentscheidung zu treffen. Hier helfen Rating-Analysen, die weiterführende Analysen bieten, um so alle Informationen zusammenzutragen und zu bewerten.

    Blicken wir einmal auf Schwarmfinanzierungen. Dextro Rating hat sich 2018 dazu entschlossen, auch Crowdinvestments zu analysieren. Wieso dieser Schritt?

    Wir wollen für Transparenz und Vergleichbarkeit bei Schwarmfinanzierungen sorgen. Gerade das Stichwort Transparenz ist am grauen Kapitalmarkt enorm wichtig. Davon profitieren private Investoren, Intermediäre und Emittenten gleichermaßen. Und wir sorgen dafür, dass die bereits angesprochene Informationsasymmetrie gesenkt wird.

    Wie geht DEXTRO bei der Bewertung eines Crowdinvesting-Projekts vor?

    Dazu haben wir das Analyseformat DEXTRO Investment Check geschaffen, mit dem die Qualität von Crowdinvestment-Emissionen, insbesondere Vermögensanlagen, geprüft wird. Risiken werden identifiziert und die Auswirkungen der verschiedenen Einflussfaktoren auf die Investmentperformance analysiert. Der Analysebericht umfasst eine Kurzbeschreibung der Emission und der Investmentstrategie der Emittentin. Außerdem alle wesentlichen Eckdaten und Faktoren der Konzeption und eine SWOT-Analyse. Dann differenzieren wir die Emissionen in drei Kategorien: sicherheitsorientiert, chancenorientiert oder spekulativ. Darauf basierend beurteilen wir die Angemessenheit des Risiko-Rendite-Profils des Projekts, wie z. B. hier und hier.

    CrowdDesk_Dextro Rating

    Welche Vorteile bieten Crowdinvesting-Angebote für Privatanleger?

    Crowdinvesting ist zwar eine junge Investitionsmöglichkeit, doch die Beliebtheit der Schwarmfinanzierung nimmt stetig zu. Viele der Investoren schätzen die geringen Einstiegssummen, mit denen sich ein individuell diversifiziertes Portfolio aufbauen lässt. Denn vor allem Asset-Klassen, die bisher nur institutionellen Anlegern offen standen, sind nun praktisch für jeden Anleger zugänglich. Deshalb ist es auch wichtig, dass sich gerade Privatanleger umfangreich darüber informieren können. 

    Ein Crowdinvestment als Mittel zur Refinanzierung von Unternehmen, Projekten und Ideen für welche Emittenten lohnt sich dieser Schritt?

    Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen und Immobilienprojektentwickler eröffnet sich ein Finanzierungszugang, der bankenunabhängig ist. Klassische Banken sind in der Kreditvergabe seit Jahren restriktiver und öffentliche Wertpapieremissionen (Anleihen) sind zwar mittlerweile ab Transaktionen unter zehn Millionen Euro realisierbar, jedoch für institutionelle Investoren erst ab größeren Volumina relevant. Die Möglichkeit der Finanzierung von Projekten, Ideen und Geschäftsmodellen über eine Schwarmfinanzierung bietet KMUs eine innovative Alternative und damit ein strategisches Mittel in der Refinanzierung ihrer Vorhaben. 

    Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bogosyan!

     

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    Bildquelle: Pexels.com

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