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    Kapital Digital Featured | 3 Min Lesedauer

    Mezzanine-Finanzierung für Unternehmen

    Eine Mezzanine-Finanzierung wird für viele Unternehmen zusehends attraktiver. Die Mischung aus Eigen- und Fremdkapital bringt viele Vorteile mit sich, gerade in Krisenzeiten. Was sind Mezzanine? Und welche Vorteile bietet Mezzanine-Kapital?

    Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben einen fortlaufenden Finanzierungsbedarf, auch in Krisenzeiten. Gerade dann sollten Unternehmen investieren und ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln. So bleiben sie langfristig wettbewerbsfähig und profitabel. Um ihre Bilanzen jedoch nicht mit Fremdkapital zu belasten, muss Eigenkapital her. Doch wie?

    Was ist Mezzanine-Kapital?

    Mezzanine-Kapital ist eine Mischform aus Fremd- und Eigenkapital und wird bilanziell als Eigenkapital behandelt. Es kommt sowohl in der Unternehmensfinanzierung und der Immobilienfinanzierung zum Einsatz. Mezzanine sind deshalb so beliebt, weil sie nicht mit einem Verlust von Stimmrechten oder Unternehmensanteilen verbunden sind. Investoren, die Mezzanine-Kapital bereitstellen, beteiligen sich lediglich wirtschaftlich. Unternehmen behalten somit die volle Kontrolle.

    Mezzanine steht also für Kapital, das Unternehmen aufnehmen, ohne das sie den Investoren Mitspracherechte verleihen. Steckt ein Unternehmen in der Klemme, tritt der Mezzanine-Geber gegenüber Drittgläubigern grundsätzlich im Rang zurück. Im Krisenfall muss er die Füße stillhalten – anders als Banken und andere Fremdkapitalgeber.

    Die Vorteile von Mezzanine-Kapital

    CrowdDesk_Mezzanine-Kapital_Unternehmen

    Die hybride Finanzierungsform ist nachrangig gegenüber anderem Fremdkapital und vorrangig in Bezug auf das haftende Eigenkapital. Somit schont es die Bilanz der Unternehmen und eröffnet weiteren Finanzierungsspielraum. Mezzanine-Kapital kann außerdem zur Schließung einer Finanzierungslücke zwischen Eigen- und Fremdkapital genutzt werden.

    Das lässt sich an folgendem Beispiel erläutern: Ein Unternehmen möchte einen Bankkredit aufnehmen. Die Bank verlangt dafür einen Eigenkapitalanteil von 15 %. Das Unternehmen weist allerdings lediglich einen Anteil von 10 % aus. Nun kann sich das Unternehmen mithilfe einer Mezzanine-Finanzierung Kapital besorgen. 

    Mezzanine-Kapital wirkt sich positiv auf Kreditvergabe aus

    Die Nachfrage nach Mezzanine-Finanzierungen für Unternehmen steigt seit Jahren. Auch Banken akzeptieren das nachrangige Kapital bei der Prüfung von Kreditanfragen und bewerten es positiv für die Bonität. Durch die speziellen Eigenschaften wirkt sich Mezzanine bei der Kreditvergabe nicht negativ aus, da es die Sicherheiten des Unternehmens nicht schmälert. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen kann eine höhere Kreditlinie eingeräumt werden. Erhält ein Unternehmen über ein alternatives Finanzinstrument 750.000 Euro Mezzanine-Kapital, so erhöht sich die Eigenkapitalquote. Diese verbesserte Quote führt zu einer Neubewertung seitens der Bank und schließlich zu einer Kreditvergabe, die zuvor nicht möglich gewesen wäre.

    Warum ist das überhaupt notwendig? Für die Kreditvergabe fordern die Geldinstitute hohe Eigenkapitalquoten (EKQ) von den Unternehmen. Insbesondere die neuen Kapitalmarktregelungen Basel III und Basel IV sind dafür verantwortlich. KMU sind in diesem Punkt gut aufgestellt. Laut KfW-Mittelstandspanel 2019 liegt die EKQ deutscher Unternehmen zwar auf einem hohen Niveau. Doch schon im letzten Jahr haben sich die Anzeichen verdichtet, dass der anhaltende Aufbau der Eigenkapitalquote zum Ende kommt.

    CrowdDesk_Mezzanine Finanzierung_Unternehmen

    Das liegt vor allem an der Spreizung der Eigenkapitalquote zwischen kleinen und größeren KMU. Kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten verharren seit 2011 auf einem ähnlichen Niveau bei ihrer Eigenfinanzierungskraft. Zugleich verzeichnen deutlich mehr Unternehmen eine EK-Quote von unter 10 %, während die Zahl der Firmen mit einer hohen EK-Quote von mindestens 30 % erstmals rückläufig ist. Die Verschlechterung der Lage lässt sich vor allem bei Kleinstunternehmen beobachten.

    Corona beeinflusst Eigenkapital negativ

    Corona und seine wirtschaftlichen Folgen spitzen diese Situation weiter zu. Eine im Juni 2020 durchgeführte Sonderbefragung der KfW kam zu dem Ergebnis, dass rund ein Drittel der KMU davon ausgehen, dass ihre EKQ im Laufe des Jahres sinkt. Besonders die Umsatzverluste belasten das über die Jahre aufgebaute Polster. Ein weiterer negativer Aspekt: Um Liquiditätsengpässe zu überbrücken, nehmen Unternehmen vermehrt Kredite mit kurzen Laufzeiten auf. Das wirkt sich negativ auf die Bilanzen aus. Die Eigenkapitalquote gerät zusätzlich unter Druck.

    "Die Corona-Krise setzt die Eigenkapitalquote der Mittelständler unter Druck." – KfW Research

    Das belastet die Bonität der betroffenen Unternehmen und damit auch deren Kapitalzugang. Viele KMU spüren die vollen wirtschaftlichen Ausmaße der Pandemie vermutlich erst in den kommenden Monaten. Mezzanine-Kapital kann in diesem Fall aufgrund seiner hybriden Eigenschaften eine Alternative sein.

    Mischfinanzierungen rücken in den Fokus

    Mezzanine hilft KMU ihre Finanzierungsstruktur auszubauen. Erhält ein Unternehmen bei einer Bank nicht die benötigten Mittel über einen Kredit, kann ein alternatives Finanzinstrument weiterhelfen. Eine Mischfinanzierung aus Bankkredit und Darlehen – z. B. über ein Crowdinvesting – kann die Lösung sein. Bei diesem Finanzinstrument beteiligen sich Investoren über ein Nachrangdarlehen an einem Unternehmen. Sie erhalten jedoch keine Mitspracherechte. Ihr Investment ist lediglich wirtschaftlicher Natur.

    Was bedeutet das für KMU? Sie können Wachstum und Investitionen finanzieren, ohne die Regie abzugeben. Ihr Handlungsrahmen schmälert sich nicht. Die Eigenschaften von Mezzanine-Kapital und die damit verbundenen Vorteile – Stärkung der Eigenkapitalquote, Unabhängigkeit von Investoren und eine diversere Finanzierungsstruktur – machen es möglich.

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