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    Kapital Digital Featured | 4 Min Lesedauer

    Mezzanine-Kapital: Übersicht, Vor- und Nachteile

    Mezzanine-Kapital steht zwischen Eigen- und Fremdkapital und kann Eigenschaften beider Kapitalformen annehmen. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Funktion von Mezzanine-Kapital sowie Vor- und Nachteile für Unternehmen.

    Mezzanine-Kapital beschreibt eine Form der Finanzierung, die eine Mischform von Fremd- und Eigenkapital darstellt. Sie kommt sowohl in der Unternehmens- als auch Projektfinanzierung zum Einsatz. Je nach Ausgestaltung steht es bilanziell näher am Eigen- oder Fremdkapital.

    Unternehmen können bei der Ausgestaltung einer Mezzanine Finanzierung stärker auf dessen Eigenkapitalcharakter eingehen, z. B. Genussrechte vereinbaren oder stille Beteiligungen mit den Darlehensgebern festlegen.

    Sie können aber auch auf dem Fremdkapitalcharakter eingehen und diesen in Form von partiarischen oder nachrangigen Darlehen an Investor:innen ausgeben.

    Aufgrund seines hybriden Charakters ist es flexibel einsetzbar und daher als Finanzierungsinstrument beliebt.  Klassisches Mezzanine-Kapital, das wie Eigenkapital ausgestaltet ist, wird von Banken auch als Eigenkapital anerkannt und sorgt für eine bessere Kreditbewertung sowie einen leichteren Zugang zum Bankkredit.

    Was ist Mezzanine-Kapital?

    Der Begriff Mezzanine entstammt der Architektur und geht auf das italienische Wort mezzo für Mitte zurück. Mezzanine beschreibt in diesem Kontext das Zwischenstockwerk eines mehrgeschossigen Gebäudes.

    Übertragen auf die Wirtschaftswelt ist dies eine passende Beschreibung, da Mezzanine-Kapital bilanziell zwischen Eigen- und Fremdkapital verankert ist. Je nachdem, wie Mezzanine ausgestaltet sind, stehen sie dem Eigen- oder Fremdkapital näher. Bei einem Nachrangdarlehen beispielsweise werden Mezzanine als eigenkapitalähnliche Mittel ausgewiesen, das nachrangig gegenüber Fremdkapital behandelt wird. Mezzanine-Kapital wird dann auch wirtschaftliches Eigenkapital oder Hybrid-Kapital genannt und ist ein Oberbegriff für viele alternative Finanzierungsformen, die Eigenkapital ersetzen und ergänzen.

    Mit einer Mezzanine-Finanzierung haben Unternehmen die Möglichkeit, die Lücke zwischen Fremd- und Eigenkapital aufzufüllen.

    Merkmale von Mezzanine-Kapital

    Mithilfe digitaler Finanzinstrumente wie Crowdinvesting können Unternehmen Mezzanine-Kapital einsammeln. Sie behalten dabei die volle Kontrolle und müssen keine Sicherheiten bereitstellen.

    Denn bei der Aufnahme des hybriden Kapitals geben Firmen keine Anteile ab. Investoren stellen lediglich Geld zur Verfügung, sie erhalten keine Mitspracherechte. So behalten Unternehmen die volle Kontrolle und ihre Entscheidungsfreiheit. Im Insolvenzfall ist Mezzanine-Kapital vorrangig gegenüber Eigenkapital, aber nachrangig gegenüber Fremdkapital. 

    Die Investoren verzichten also auf Sicherheiten und Mitspracherecht. Sie erhalten, neben einer attraktiven Verzinsung oder Gewinnbeteiligung, aber Informations- und Kontrollrechte.

    Mezzanine-Kapital ist ein Baustein der gesamten Finanzierungsstruktur von Unternehmen. Der größte Teil ruht auf dem Fremdkapital einer Bank. Einen gewissen Anteil stellen klassische Finanzinstitute in Form eines Kredits bereit. Doch in vielen Fällen ist dann der Kreditrahmen der Hausbank ausgeschöpft. Die restliche Summe muss das Unternehmen selbst erbringen.

    Doch oft ist das Eigenkapital bereits in anderen Projekten gebunden. Unternehmen können deshalb vielleicht nur 10 % der geforderten Eigenkapitalsumme aufbringen. Die Lücke zwischen Fremd- und Eigenkapital muss geschlossen werden – und hier kommt Mezzanine zum Einsatz. Die folgende Grafik verdeutlicht die Finanzierungsstruktur am Beispiel von Immobilienprojekten:

    CrowdDesk_Mezzanine-Finanzierung_Projektentwickler

    Mezzanine-Kapital eignet sich aufgrund seiner Ausgestaltung ideal, um Lücken  in der Finanzierung zu schließen.  Es ermöglicht einen schnellen Zugang zu Eigenkapital-ähnlichen Mitteln, die Unternehmen die Möglichkeit geben, neue Finanzierungsstrukturen zu nutzen.

    Die Vorteile von Mezzanine-Kapital 

    • - Da Mezzanine-Kapital bilanziell wie Eigenkapital behandelt wird, verbessert sich die Bilanzstruktur und damit die Bonität. Die Liquidität von Unternehmen wird gestärkt. Das hat einen positiven Einfluss auf die Unternehmensbewertung und den finanziellen Spielraum
    • - keine Kapitalverwässerung oder Verlust von Eigentumsrechten
    • - Bereitstellung von Liquidität ohne Sicherheiten
    • - Schließung von Finanzierungslücken und Bildung einer Kapitalgrundlage für neue Investitionen
    • - leichterer Zugang zu einem Bankkredit, durch aufgewertetes Eigenkapital
    • - Mezzanine-Kapital ist flexibel in  Bezug auf Rückzahlungs- und Kündigungsmodalitäten
    • - Mezzanine-Kapital kann flexibel und individuell ausgestaltet werden
    • - Zur Beantragung von Mezzanine-Kapital werden keine Sicherheiten benötigt
    • - kein Mitspracherecht für Investoren: Geldgeber beteiligen sich nur wirtschaftlich und erhalten keine. Mitbestimmungsrechte. Unternehmen bleiben so unabhängig und können frei entscheiden
     

    Die Nachteile von Mezzanine-Kapital 

    • - Gegenüber einer klassischen Finanzierung durch einen Kredit fallen höhere Kosten an. Dafür erhalten Unternehmen allerdings auch wirtschaftliches Eigenkapital und kein Fremdkapital
    • - erhöhte Transparenzanforderungen für Unternehmen
    • - zeitlich befristete Kapitalüberlassung
    • - höheres Risiko für Kapitalgeber:in, dafür aber auch höhere Rendite möglich

    Fazit

    Mezzanine-Kapital verschafft Unternehmen in den verschiedensten Phasen Kapital. Es ist eine ergänzende Finanzierungsform und kann auf die Bedürfnisse Kapitalsuchender Unternehmen angepasst werden. Heute nutzen es nicht mehr nur kleine und mittelständische Betriebe, sondern auch Start-ups. Aufgrund seiner individuellen Ausgestaltung und der vollen unternehmerischen Entscheidungsfreiheit, ist es als Finanzinstrument beliebt. Aufseiten von Kapitalgeber:innen ist es deshalb beliebt, weil es eine attraktive Rendite bietet,  ohne dass sie dabei das volle Exit-Risiko eingehen müssen. 

    Durch die verbesserte Liquidität und eine stärkere Eigenkapitalquote können Unternehmen unabhängiger gegenüber klassischen Geldgebern wie Banken agieren. Gerade in Wachstumsphasen steht ihnen damit eine Vielzahl von Möglichkeiten bei der Finanzierung offen. 

     

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