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    Recht Featured | 2 Min Lesedauer

    Mit dem Transparenzsiegel zu mehr Anlegerschutz

    Der Bundesverband Crowdfunding e.V. vergibt seit 2019 jährlich an qualifizierte Mitglieder das Siegel „Transparente Crowdfunding-Plattform“. Dabei müssen die Crowdfunding-Plattformen zehn nicht-diskretionäre Kriterien erfüllen, die jährlich durch den Verband überprüft werden. Diese dienen dem Anlegerschutz. 

    „Ziel ist es dabei, diejenigen Plattformen hervorzuheben, die sich am Markt in besonderer und damit vorbildlicher Weise für Investorenschutz einsetzen“, begründet der Bundesverband die Einführung und Vergabe seines Transparenzsiegels. Das Ziel des Verbandes ist nachvollziehbar, steigt doch die Anzahl der in Deutschland aktiven Crowdfunding-Plattformen stetig. Laut crowdinvest.de gibt es derzeit rund 50 aktive Plattformen, die Schwarmfinanzierungen anbieten. 

    Die Kriterien des Transparenzsiegels

    Grundlegende Voraussetzung für den Erhalt des Transparenzsiegels ist die Mitgliedschaft als Crowdfunding-Plattform im Bundesverband Crowdfunding e.V. Mit der Mitgliedschaft einhergehend ist nicht nur die Umsetzung des vom Verband verabschiedeten, neun Punkte umfassenden Verhaltenskodex für Crowdfunding-Plattformen sondern auch die Aufnahme der geltenden Reporting Guidlines für Crowdfunding-Projekte in die Verträge zwischen Projektinhaber und Investoren.

    Transparenzsiegel_Bundesverband Crowdfunding

    Darüber hinaus müssen Plattformen zur Umsetzung des Datenschutzes im Unternehmen Stellung nehmen, Angaben zum Unternehmen wie auch zum letzten aufsichtsrechtlichen Prüfbericht übermitteln. Weiter abgefragt werden Informationen zum Qualitäts- und Beschwerdemanagement und Kriterien bei der Projektauswahl und -beschreibung.

    Siegel = Investorenschutz?

    Crowdfunding ist per se eine direktere und meist auch transparentere Geldanlage, da Anleger sich unmittelbar mit einem Projekt auseinandersetzen und hierzu Informationen einholen können. Das Transparenzsiegel spielt hierbei eine flankierende Rolle. Es dient den Anlegerinnen und Anlegern zur besseren Einordnung, ob eine Crowdfunding-Plattform einen professionellen Betrieb vorweisen kann.

    Zwar bilden selbstverständlich weiterhin die Projektinformationen die wesentliche Grundlage für die Investitionsentscheidung der Anlegerschaft, doch ist eine professionell agierende Plattform ein wichtiger Partner. Sie kann und muss in der Lage sein, die Interessen der Anleger nicht nur im Zeitpunkt der Investition, sondern darüber hinaus bis zur erfolgreichen Rückzahlung sachgerecht zu vertreten.

    Siegel = Einfach zu bekommen?

    Den Plattformen dient das Siegel in erster Linie zur Außenwirkung. Sie zeigen damit plakativ, dass sie sich als Plattform einer Interessenvertretung angeschlossen haben und sich jährlich freiwillig an für Dritte nachvollziehbaren Kriterien prüfen lassen. Die Hürden hierfür sind höher als man erwartet: Um das Siegel überhaupt erhalten zu können, muss man Verbandsmitglied sein und mindestens 1.000 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr zahlen. Doch selbst, wenn man dies erfüllen sollte, ist dies noch kein Freifahrtschein. Nur 75 Prozent der Crowdfunding-Plattformen im Verband haben für 2019 das Transparenzsiegel erhalten.

     

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    Bildquelle: Pexels.com

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