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    Stories | 2 Min Lesedauer

    Mit Crowdinvesting ein Unternehmen gründen: Das Henninger am Turm

    In Frankfurt wird seit mehr als 350 Jahren Bier gebraut. Ein Brauhaus suchte man in der Mainmetropole allerdings vergeblich. Tobias Jäkel und Matthias Schönberg haben das mithilfe von Crowdinvesting geändert. Ein Ortsbesuch im Henninger am Turm.

    Frankfurt-Sachsenhausen. Henninger Turm. Ein verglastes Hochhaus. Am Fuße befindet sich das Brauhaus Henninger am Turm. Dort bestimmt eine Mischung aus traditioneller Gemütlichkeit und moderner Einrichtung das Bild. An den roten Wänden hängen Fotos aus der langen Historie der namensgebenden Brauerei Henninger, während ein rustikaler weißer Ofen den Gastraum prägt.

    Seit 1655 braut Henninger in Frankfurt Bier. Trotz langer Tradition gab es in Frankfurt jedoch kein klassisches Brauhaus. Kulinarisch dominieren Grüne Soße und Ebbelwoi. Tobias Jäkel und Matthias Schönberg, Gründer der Ramen-Kette MoschMosch, wollten das ändern – und mobilisierten dafür ihre Crowd. Sie setzten bei der Refinanzierung der Umbaumaßnahmen des Henninger am Turm auf Crowdinvesting.

    Das Brauhaus Henninger am Turm hat sich mit Crowdinvesting refinanziert.

    Refinanzierung des Umbaus mithilfe von Crowdinvesting

    Mit dem Schwenk von Nudelsuppe zu Bier betraten die beiden ebenso Neuland wie mit der Schwarmfinanzierung. Die Motivation dahinter war klar: „Wir möchten möglichst vielen Bürgern regional wie auch überregional die wirtschaftliche Teilhabe am Erfolg unseres Konzepts ermöglichen“, betont Tobias Jäkel.

    Crowdinvesting und Brauhaus: zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. „Aber die Idee, die Finanzierung mit Hilfe einer Crowd zu stemmen, fanden wir super, weil es das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Genau darum geht es auch in einem Brauhaus“, sagt Matthias Schönberg.

    Beteiligung vieler lokaler Investoren

    Dass die beiden mit diesem Weg richtig lagen, zeichnete sich bereits nach kurzer Zeit ab: Das Fundingziel von 500.000 Euro wurde nach knapp vier Monaten erreicht. Insgesamt beteiligten sich 282 Personen mit durchschnittlich 1.730 Euro an der Finanzierung des Brauhauses – und die Investoren stammten zu Dreiviertel aus Frankfurt und Umgebung.

    Tobias Jäkel ist einer der MoschMosch-Gründer und vertraut auf die Lösung von CrowdDesk.

    Statt bei ihrem alternativen Finanzierungsmodell auf große Plattformen zurückzugreifen, setzte das Henninger-Team auf eine eigene und individuell gestaltete Fundingpage, die zu ihrer Marke passt. Ohne großen Aufwand konnte so in Eigenregie das Crowdinvesting gestartet werden. Das ermöglichte es ihnen, Investoren aus der Region persönlich anzusprechen – und gleichzeitig langfristig zu binden.

    Matthias Schönberg ist einer der MoschMosch-Gründer und vertraut auf die Lösung von CrowdDesk.

    Erfolgsschlüssel: individuelle Fundingpage

    Mithilfe der Schwarmfinanzierung konnte das Brauhaus am Turm nicht nur öffentliches Interesse für das neue gastronomische Angebot wecken. Anleger wurden durch Prämien wie Bier-Bonds oder Schnitzel-Anleihen auch direkt zu Stammkunden gemacht, die so immer einen Grund haben, es sich im Brauhaus gut gehen zu lassen. Sie erhielten nicht nur ihre Rendite, sondern profitieren auch vom Projekt selbst.

    Die Finanzierungssumme floss unmittelbar in den Aufbau des Restaurants: „In alles das, was unsere Besucherinnen und Besucher sehen können: Stühle, Tische oder Dekoration“, erklären Jäkel und Schönberg. Sein Bier auf einem selbst mitfinanzierten Stuhl zu trinken sei einfach noch einmal eine andere Erfahrung. Eine besonders schöne Erfahrung.

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