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    Recht Featured | 4 Min Lesedauer

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB)

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt – kurz VIB – ist der „Beipackzettel“ einer jeden öffentlich vermittelten Vermögensanlage. Auf maximal drei Seiten bietet es die wichtigsten Informationen zum Emittenten, zu den Konditionen und Risiken. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema VIB zusammengefasst.

    01.09.2020 – Das Vermögensanlagen-Informationsblatt gehört zu den essenziellen Dokumenten, die im Rahmen einer Schwarmfinanzierung erstellt werden müssen. Kompakt legt es wichtige Informationen zur jeweiligen Vermögensanlage dar. Der Aufbau ist dabei standardisiert und gesetzlich vorgegeben – was die Transparenz und Verständlichkeit steigern soll.

    Für Anlegerinnen und Anleger lassen sich so verschiedene Vermögensanlagen besser miteinander vergleichen. Auf einen Blick können sie Konditionen, wie Laufzeit, Volumen und Verzinsung direkt einsehen. Da Schwarmfinanzierungen gemäß § 2a VermAnlG von der Prospektpflicht befreit sind, ist das VIB unerlässlich und zwingend erforderlich für den Start eines jeden Crowdinvesting-Projektes.

    Die gesetzliche Grundlage des Vermögensanlagen-Informationsblatts

    Die Pflicht zur Erstellung eines VIBs liegt gemäß § 13 Abs. 1 VermAnlG beim Emittenten einer im Inland öffentlich angebotenen Vermögensanlage. Dies umfasst sowohl Ausgeber von Crowdinvestments als auch von Prospektemissionen. Adressiert ist das Gesetz an den Emittenten selbst. Die Internetplattform, auf der das Angebot zur Zeichnung abrufbar ist, trägt dabei keine Verantwortung bezüglich Inhalt oder Erstellung.

    Das VIB muss vor Veröffentlichung der Vermögensanlage von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestattet werden. Den Anlegerinnen und Anlegern ist das Dokument vor Investition zur Verfügung zu stellen. Dabei muss außerdem die Kenntnisnahme der Risikohinweise aktiv bestätigt werden.

    Die Inhalte eines VIB

    Für die inhaltliche Struktur sieht das Gesetz eine strikte Reihenfolge vor. Diese ist durch eine Überkreuz-Checkliste, die von der BaFin zur Verfügung gestellt wird, vor Einreichung zu protokollieren. Genaue Angaben lassen sich dazu im § 13 VermAnlG einsehen. Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

    • - Art und genaue Bezeichnung der Vermögensanlage
    • - Anlagestrategie, Anlagepolitik und Anlageobjekte
    • - Laufzeit und Kündigungsfrist
    • - Konditionen der Zins- und Rückzahlung
    • - mit der Vermögensanlage verbundene Risiken
    • - Aussichten für die vertragsgemäßen Zins- und Tilgungszahlungen unter verschiedenen Marktbedingungen
    • - Offenlegung der mit der Anlage verbundene Kosten und Provisionen
    • - Anlegergruppe, auf die die Vermögensanlage abzielt

    Wie kann ein solches Vermögensanlagen-Informationsblatt aussehen? Hier Beispiele aus der Praxis:

    Die Einreichung des VIBs bei der BaFin

    Das VIB sollte in gemeinsamer Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Rechtsanwaltskanzlei ausgearbeitet werden. Existieren bereits eingereichte und genehmigte VIBs aus der Vergangenheit, bietet es sich an, diese als Orientierungshilfe zu nehmen. Können Emittenten auf Erfahrungswerte hinsichtlich formaler Vorgaben und Anforderungen zurückgreifen, vermeidet das oftmals unnötige Anhörungsschleifen mit der BaFin. Durch die vollständig digitale Einreichung über das Online-Portal MVP der BaFin wird der Prozess schnell und effizient abgewickelt.

    Neben dem VIB zählen eine

    Im Anschreiben muss bei Schwarmfinanzierungen neben der Vermittlerlizenz der jeweiligen Internet-Plattform auch die Webadresse der Projektseite aufgeführt werden. Die Vollmacht erlaubt dem Anbieter, den Genehmigungsprozess und die gesamte Korrespondenz mit der Aufsichtsbehörde für den Emittenten zu übernehmen.

    Ist eine Emission bereits öffentlich verfügbar und müssen nachträglich Änderungen an dieser vorgenommen werden, so muss der Anbieter eine Aktualisierung des hinterlegten VIBs beantragen. Unter Bezugnahme auf das Geschäftszeichen des ursprünglichen Dokuments wird eine überarbeitete Version sowohl in Reinform als auch in einer Markup-Fassung durch den Anbieter hochgeladen. So lassen sich alle Änderungen für die Finanzaufsichtsbehörde nachverfolgen. Entstehen dennoch Unklarheiten, sind diese in einem erneuten Anhörungsprozess der BaFin darzulegen.

    Beim Vermögensanlagen-Informationsblatt auf erfahrene Partner setzen

    Für viele Emittenten ist der schnelle Zugang zu Kapital entscheidend. Sie benötigen das Kapital, um ihr Unternehmen oder Projekt voranzutreiben. Der Genehmigungsprozess eines VIBs vor Funding-Start kann genau diese wertvolle Zeit kosten. Anhörungsschleifen durch gesetzliche Vorgaben sowie die formalen Anforderungen der BaFin verlängern die Gestattung mitunter.

    Damit ein erfolgreicher Live-Gang nicht unnötig verzögert wird, sollten sich Unternehmen daher stets über aktuelle gesetzliche Vorgaben informieren. Zudem kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anwaltskanzleien auch aus haftungsrechtlicher Sicht sinnvoll sein. Zuweilen kann auch die Hinzuziehung von Crowdfunding-Spezialisten auf Grund ihrer Praxiserfahrungen zu einer schnellen und effizienten Umsetzung beitragen.

    So stellen Emittenten sicher, dass ihr Crowdinvesting-Projekt zeitnah online geht und sie ihr benötigtes Kapital über die Crowd einsammeln können.

     

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    Mia Messemer

    Mia ist in der Agency-Abteilung bei CrowdDesk tätig. Als Analystin führt sie Plausibilitätsprüfungen durch und begleitet Emittenten bei ihrem Online-Gang.

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