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    Recht Featured | 4 Min Lesedauer

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB)

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt – kurz VIB – ist der „Beipackzettel“ bei öffentlich vermittelten Vermögensanlage. Auf maximal drei Seiten bietet es die wichtigsten Informationen zum Emittenten, zu den Konditionen und Risiken. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema VIB zusammengefasst.

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt gehört zu den essenziellen Dokumenten, die im Rahmen einer Schwarmfinanzierung erstellt werden müssen.

    Definition: Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB)

    Kompakt legt es wichtige Informationen zur jeweiligen Vermögensanlage dar. Der Aufbau des Informationsblatts ist standardisiert und gesetzlich vorgegeben – was die Transparenz und Verständlichkeit steigert.

    Für Anlegerinnen und Anleger lassen sich so verschiedene Vermögensanlagen besser miteinander vergleichen. Das Vermögensanlagen-Informationsblatt zeigt auf einen Blick wichtige Konditionen, wie Laufzeit, Volumen und Verzinsung direkt an.

    Da Schwarmfinanzierungen gemäß § 2a VermAnlG von der Prospektpflicht befreit sind, ist das VIB unerlässlich und zwingend erforderlich für den Start eines jeden Crowdinvesting-Projektes.

    Dabei gibt es eine Ausnahme: Die Erstellung eines VIB ist bei einem Volumen unter 100.000 Euro nicht notwendig.  Übersteigt eine Emission das Volumen von 100.000 Euro ist ein VIB erforderlich.


    Die gesetzliche Grundlage des Vermögensanlagen-Informationsblatts

    Die Pflicht zur Erstellung eines Vermögensanlagen-Informationsblatts liegt gemäß § 13 Abs. 1 VermAnlG beim Emittenten einer im Inland öffentlich angebotenen Vermögensanlage. Dies umfasst sowohl Ausgeber von Crowdinvestments als auch von Prospektemissionen. Adressiert ist das Gesetz an den Emittenten selbst. Die Internetplattform, auf der das Angebot zur Zeichnung abrufbar ist, trägt dabei keine Verantwortung bezüglich Inhalt oder Erstellung.

    Das Vermögensanlagen-Informationsblatt muss vor Veröffentlichung der Vermögensanlage von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gestattet werden. Den Anlegerinnen und Anlegern ist das Informationsblatt vor Investition zur Verfügung zu stellen. Dabei muss außerdem die Kenntnisnahme der Risikohinweise aktiv bestätigt werden.

    Die Inhalte eines Vermögensanlagen-Informationsblatts

    Für die inhaltliche Struktur sieht das Gesetz eine strikte Reihenfolge vor. Diese ist durch eine Überkreuz-Checkliste, die von der BaFin zur Verfügung gestellt wird, vor Einreichung zu protokollieren. Genaue Angaben lassen sich dazu im § 13 VermAnlG einsehen. Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

    • - Art und genaue Bezeichnung der Vermögensanlage
    • - Anlagestrategie, Anlagepolitik und Anlageobjekte
    • - Laufzeit und Kündigungsfrist
    • - Konditionen der Zins- und Rückzahlung
    • - mit der Vermögensanlage verbundene Risiken
    • - Aussichten für die vertragsgemäßen Zins- und Tilgungszahlungen unter verschiedenen Marktbedingungen
    • - Offenlegung der mit der Anlage verbundene Kosten und Provisionen
    • - Anlegergruppe, auf die die Vermögensanlage abzielt

    Wie kann ein solches Vermögensanlagen-Informationsblatt aussehen? Hier Beispiele aus der Praxis:

    Die Einreichung des VIBs bei der BaFin

    Das Informationsblatt sollte in gemeinsamer Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Rechtsanwaltskanzlei ausgearbeitet werden. Existieren bereits eingereichte und genehmigte VIBs aus der Vergangenheit, bietet es sich an, diese als Orientierungshilfe zu nehmen.

    Können Emittenten auf Erfahrungswerte hinsichtlich formaler Vorgaben und Anforderungen zurückgreifen, vermeidet das oftmals unnötige Anhörungsschleifen mit der BaFin. Durch die vollständig digitale Einreichung über das Online-Portal MVP der BaFin wird der Prozess schnell und effizient abgewickelt.

    Neben dem Vermögensanlagen-Informationsblatt zählen eine

    Im Anschreiben muss bei Schwarmfinanzierungen neben der Vermittlerlizenz der jeweiligen Internet-Plattform auch die Webadresse der Projektseite aufgeführt werden. Die Vollmacht erlaubt dem Anbieter, den Genehmigungsprozess und die gesamte Korrespondenz mit der Aufsichtsbehörde für den Emittenten zu übernehmen.

    Ist eine Emission bereits öffentlich verfügbar und müssen nachträglich Änderungen an dieser vorgenommen werden, so muss der Anbieter eine Aktualisierung des hinterlegten VIBs beantragen.

    Unter Bezugnahme auf das Geschäftszeichen des ursprünglichen Dokuments wird eine überarbeitete Version sowohl in Reinform als auch in einer Markup-Fassung durch den Anbieter hochgeladen. So lassen sich alle Änderungen für die Finanzaufsichtsbehörde nachverfolgen. Entstehen dennoch Unklarheiten, sind diese in einem erneuten Anhörungsprozess der BaFin darzulegen.

    Beim Vermögensanlagen-Informationsblatt auf erfahrene Partner setzen

    Für viele Emittenten ist der schnelle Zugang zu Kapital entscheidend. Sie benötigen das Kapital, um ihr Unternehmen oder Projekt voranzutreiben. Der Genehmigungsprozess eines VIBs vor Funding-Start kann genau diese wertvolle Zeit kosten. Anhörungsschleifen durch gesetzliche Vorgaben sowie die formalen Anforderungen der BaFin verlängern die Gestattung mitunter.

    Damit ein erfolgreicher Live-Gang nicht unnötig verzögert wird, sollten sich Unternehmen daher stets über aktuelle gesetzliche Vorgaben informieren. Zudem kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anwaltskanzleien auch aus haftungsrechtlicher Sicht sinnvoll sein. Zuweilen kann auch die Hinzuziehung von Crowdfunding-Spezialisten auf Grund ihrer Praxiserfahrungen zu einer schnellen und effizienten Umsetzung des Vermögensanlagen-Informationsblatts beitragen.

    So stellen Emittenten sicher, dass ihr Projekt zeitnah online geht und sie ihr benötigtes Kapital über die Crowd einsammeln können.

     

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    Mia

    Mia ist in der Agency-Abteilung bei CrowdDesk tätig. Als Analystin führt sie Plausibilitätsprüfungen durch und begleitet Emittenten bei ihrem Online-Gang.

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